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Ohne Kat? Das kostet doch Millionen!

Wir hören das immer wieder, wenn es um ältere Autos geht: „Ohne Kat? Das kostet doch Millionen!“. Hm… naja… Millionen an Steuern zu bezahlen, ist ja Funktionären des FC Bayern vorbehalten – und die zahlen sie eh nicht.

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Der teuerste Steuer-Sünder Deutschlands. 6834 Kubik und du kommst auf deutlich über 1.000€ Steuern ohne Entgiftung

Und auch die Steuern, die sich manch einer vorstellt, haben oft nichts mit der Realität zu tun – interessant ist aber, dass da niemand mehr ein rechtes Gefühl für hat. Bei den meisten hat die Lobbyarbeit der 90er offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen – dabei kann man das ja nun wirklich schnell sauber nachrechnen.

Einerseits ist das ja für die meisten Youngtimer ohnehin mal nicht mehr so ganz zutreffend. Schon in den 80er Jahren hatte viele Autos einen Kat, speziell die Benziner – und diverse andere wurden in den 90ern mit entsprechenden Steuergeschenken nach- oder umgerüstet.

Mal nicht zu sprechen von all den W116ern, 123ern und 126ern, die mit komplexen Abgasrückführungssystemen auf nahezu den heutigen Stand der Abgasentgiftung gehoben worden sind.

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Solide, zäh, wertverlustfrei: Mercedes W201 von 1982 bis 1993 und immer noch fest im Straßenbild der Gegenwart verankert

Beim Besitz von Youngtimer, Oldtimern oder besonderen Autos der Gegenwart kommt ja zudem hinzu, dass die monothematische Betrachtung der Steuer vollkommen irrelevant ist. Es geht um die Gesamtkostenbetrachtung. Und da sind sammelnswerte Autos, billige Autos und sehr sehr alte Autos klar im Vorteil. Der teuerste Faktor bei der Kostenbetrachtung eines Autos ist ganz entschieden weder die Steuer, noch die Versicherung, noch der Verbrauch, sondern vielmehr der Wertverlust. Der liegt zurzeit bei einem durchschnittlichen Golf zum stattlichen Neupreis von 25.000 Euro in den ersten Vier Jahren leicht bei 3.000 Euro im Jahr und mehr.

Wie hoch soll der Wertverlust da wohl bei einem Mercedes 190 W201 für beispielsweise 4.000€ sein? Eben.

Steuern berechnen macht also Sinn, sich um Steuern Sorgen zu machen war in den 90ern.